Bei der Wahl eines ETFs stolpern Einsteiger schnell über zwei Begriffe: thesaurierend und ausschüttend. Der Unterschied klingt technisch, entscheidet aber mit darüber, wie schnell Ihr Vermögen wächst.
Der Unterschied in einem Satz
Ein ausschüttender ETF zahlt Dividenden und Zinserträge regelmäßig auf Ihr Konto aus. Ein thesaurierender ETF behält diese Erträge im Fonds und legt sie automatisch wieder an. Beide bilden denselben Index ab — der Unterschied liegt allein im Umgang mit den Erträgen.
Warum Thesaurieren den Zinseszins stärkt
Wer Erträge automatisch wieder anlegt, lässt auch die Erträge selbst Erträge erwirtschaften. Über Jahrzehnte entsteht so ein spürbarer Vorsprung gegenüber der Variante, bei der ausgeschüttete Beträge entnommen und ausgegeben werden.
Das Schaubild zeigt das Prinzip: Solange Sie in der Ansparphase kein laufendes Einkommen aus dem Depot brauchen, spielt der thesaurierende ETF seinen Zinseszinsvorteil voll aus.
Wann ausschüttende ETFs sinnvoll sind
Ausschütter haben klare Vorteile, wenn Sie regelmäßige Erträge wünschen — etwa als Zusatzeinkommen im Ruhestand — oder Ihren jährlichen Sparer-Pauschbetrag (2026: 1.000 € pro Person) gezielt ausnutzen möchten. Die Ausschüttungen landen ohnehin auf dem Konto und füllen den Freibetrag.
Steuerlich weitgehend gleichgestellt
In Deutschland sorgt die Vorabpauschale dafür, dass auch thesaurierende Fonds laufend besteuert werden — der frühere Steuerstundungsvorteil ist weitgehend entfallen. Für die meisten Anleger entscheidet daher weniger die Steuer als der Zweck: Vermögen aufbauen (thesaurierend) oder Erträge entnehmen (ausschüttend).
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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.
